a girl, a boy and a dog on their way to find freedom. after münster and several years berlin its time to settle somewhere else. they believe that every city in the world has it´s treasures that is worth it to experience. so they did a list what they want to see until their old bodies will rest finally: - Barcelona - Mexico City - Japan - Tibet - India - Panama - Afrika - Castrop-Rauxel - Seoul - Winnipeg ... a girl, a boy and a dog: young, curious, excited, crazy, awake and recognicing that facebook and the www is just a small unimportant aspect of their generation x life. a girl, a boy and a dog sell everything to start a new life. support and drink a beer with them. agirlaboyandadog@gmail.com
nach 5 wochen das erste mal wieder mit meinem alten leidigen freund aufwachen. endlich war er 5 wochen lang weg, und nun, ich hatte ihn schon fast vergessen und nicht mehr an ihn geglaubt, ist er wieder da. er hat einen dicken krückstock und haut mir diesen während meines schlafes stundenweise auf den kopf, und auch auf die augen. so wache ich dank diesem berliner freund mit kopfschmerz, einem dumpfen gefühl im zentralen nervensystem und vernebeltem blick auf.
es ist hier wirklich so: ich werde nicht wach! nie! es liegt nicht an zu wenig schlaf, an falscher ernährung oder der kälte, denn ich bin immer noch ein warmblütler, nehme ich an.berlin lässt mich nicht.
du fühlst dich an wie abschied
Hach wie toll! Danke! Schön, dass man nicht nur was in die Welt rausspuckt, sondern auch was zurück bekommt.
Danke und liebe Grüße
auch wenn unser beider tage zu 90 prozent aus arbeit besteht, kommen wir doch nicht umher uns der gedankenwelt ganz zu verschließen. beim hosen verkaufen oder beim in den monitor starren, schalte zumindest ich des öfteren in den letzten tagen auf unscharf. für uns ist das alles neu, für kolja endgültig, für mich noch nicht. und, und gerade deswegen, ist auch alles anders: wohnung. sprache. land. klima. brot. kontoeröffnung. verträge unterschreiben. ordner kaufen. ordner anlegen. spießertum beginnen. ohje, spießertum; ist es das?
ich für mich hab mir die frage beantwortet. ich lebe hier meinen frieden, ich lebe hier meine realität, mit dingen vor augen, die mir mehr fantasie, anarchie und kreativität bringen als das leben in berlin. das ist für mich das spießbürgertum 2010. bar25. vernissage-flatrate-saufen. diesen sommer das schnittigste rennrad haben. das geilste umhängekreuz vom mauerpark. damn fuckin it.
natürlich ist es bisher eine kurzweilige flucht in, teilweise, das andere extrem, welches genauso negativ ist. aber ich habe das gefühl, mehr ich zu sein, gedanken zu haben, die neu sind, synapsen zu stimulieren, schöner zu sein. zu tragen, was ich will. die stimmung zu haben, die ich will. zu essen, was ich will. und das sage ich, obwohl es hier genügend hipster und wunderhübsche menschen gibt, die, wäre ich in berlin, anlass genug wären zum vergleich. und das sage ich, obwohl ich hier all den problemen die stirn zeige, vor denen ich jahrelang weggelaufen bin. hier stehe ich drüber. hier bin ich selber stark und regel mein leben und will mich eines besseren belehren. hier bin ich trotz aktenordner meine anarchie.
vielleicht gibt es zwei grundsätzlich verschiedene typen mensch - und das völlig wertfrei: die geleckten und die bekackten.
die geleckten lieben stahl und glas, ordnung, neubauten, symmetrie, die moderne, schalldichte und doppelt isolierte fenster, ikea, steckregalsysteme, schränke, bei denen die schublade ordentlich schließt, sauberkeit, aufzüge, fußbodenheizung.
bei alledem, was andere vielleicht als luxusattribute bezeichnen, bekomm ich beklemmungen, pardon ich bin bekackt. bin ich in einem totenstillen weil komplett isolierten raum, der mikrobiologisch keine einzige unsauberkeit aufweist und ich mit abstand das verloddertste bin, wird meine atemfrequenz rapide kurz. ich mag keine designertassen, die es nun bei COS zu kaufen gibt. Ich mag keine graden, neuen Häuser, die isogenormt und energiesparend sind. ich mag es nicht, wenn ich durch die wohnung laufe und es nirgends qietscht und knarrt. ich mag es nicht mit jedem schritt mein gewissen zu erinnern, dass ich das einzige bin, was lebendig ist. das stimmt nämlich nicht.
ich brauch einen LEBENSraum, der geschichten erzählt, und diese laut. bilderrahmen, häuserfronten, kaffeetassen, holzdielen, kleiderschränke, balkone, suppenteller, röcke, schuhe, ölbilder, die bereits lange vor mir gelebt haben und deswegen mehr als ich aufgewertet sind mit und durch geschichte und liebe. merkst du nicht, dass diese alten häuser mit ihrer 15. schicht tapete erfahrung, mehrwert haben und dir diesen mehrwert mitgeben, dir geschichten erzählen, jede schicht dich lebendiger macht und schützt?
die wohnung hier erzählt schon jetzt soviel meine geschichte, dass ich nach wenigen tagen ein gefühl von geborgenheit habe.
es gibt einen basilikumtopf. den gleichen hat mama gekauft und steht seit ungefähr 10 jahren in unserer küche im münsterland. genau wie bei mir zuhause ist der schalter für das außenlicht richtung wohnung, nach innen, und der wohnungslichtschalter ist nach außen gerichtet. seit dem allerersten mal habe ich aus gewohnheit noch nie die schalter verwechselt. das wasser ist dermaßen verchlort, dass meine haut am rad dreht. aber ich liebe es. bei jedem duschen. wie damals, nach dem schwimmen im freibad, wenn man sich abgebraust hat und die augen brannten und deine lunge noch weh tat vom vielen wasser schlucken. ich trinke instantkaffe und koche das wasser in einem alten kessel ab. wie das papa gemacht hat, auf dem campingplatz. damals fand ich kaffe noch ekelhaft und war mir sicher, es nie in meinem leben auszuprobieren. nun trink ich diese billige brühe und kann nicht genug bekommen. obwohl ein starbucks nur zwei minuten entfernt ist. ganz früher, als ich 2-3 war, erinnere ich mich, hatten wir eine gartendusche. bzw einen schlauch. so einen haben wir nun hier auf der dachterrasse. und jeden morgen, wenn die sonne scheint, schleiche ich mich gegen neun uhr, während barcelona noch schläft, dafür raus. nicht weil ich dann sauber bin, eher das gegenteil, oder erfrischt, das wasser ist pisswarm, sondern weil es sich gut anfühlt. einfach. und gut. es mich mit erinnerungen begießt und ummantelt, dass ich mich zuhause fühle. es meine altlasten abwäscht und runterspült, in die dreckigste kanalisation europas. es ist hier sau heiß und das wasser kann mich noch so abkühlen, die wohlige wärme bleibt.
barcelona scheint genau der ort zu sein, an dem meine triebe angefixt sind. hier ist nichts geleckt. eher bekackt:
ich lebe in der dreckigsten und stinkendsten straße der stadt und finde sie wunderschön. ich liebe es bei tag und bei nacht hindurch zu laufen, im slalom um erbrochenem vom nevermind und mülltüten mit guten essensresten teurer restaurants, die achtlos auf den gehweg geworfen worden sind. ich höre 24 stunden am tag meine nachbarn. im 1. stock wird am wochenende fußball geschaut. nebenan vögeln sie abends. eine frau im 3. oder 4. schält fast jeden tag kartoffeln, mit vivaldi, mozart und smetana auf vollem anschlag zur begleitung. mindestens alle halbe stunde klingen hier mindestes 5 kirchen. im innenhof wohnen studenten, die sich nun schon seit tagen um die outfits von lady gaga streiten. ich schlafe mit tür und fenster offen. und ohne decke. das hatte ich noch nie. diesen schutz, den man so gerne nachts hat, ich brauch ihn hier nicht, ich penne nackt, ohne decke, mit fenster offen. und ich schlafe. es gibt keine vorhänge. wozu auch? ich lebe mit meiner umwelt, nicht verklemmt, verschlossen, introviert. das sind meine gedanken ja schon genug. da muss nicht noch mein leben sein. ich atme durch. und mit jedem freien atemzug, verliere ich ein stückchen altlast. und werd ein stück weit freier.
die stadt bringt einen zum atmen. luft fließt durch dich und mit dir und durch dich hindurch. du wirst wach und öffnest deine augen endlich. du staunst. es ist laut, dreckig, mysteriös, gefährlich, bunt. es stinkt und das alles ist so liebenswert und fühlt sich soviel mehr nach leben an als berlin. ja, na klar gibt es genau auch die stellen in berlin, aber es ist nun mal ein empfinden, welches sich hier wesentlich authentischer anfühlt als das in berlin. originär. direkt. ungekünstelt. so stark muss eine stadt erstmal sein und sich gegenüber den millionen touristen behaupten können.
und während ich dies alles schreibe, mein herz sich öffnet und die sinne es hier schon lange sind, gibt es doch noch so viele punkte, die mir diesen traum verwehren. Mein arm ist zu kurz als das er grad nach südeuropa reicht. ich vermisse grad.
Wir müssen hier raus! Das ist die Hölle!
Wir leben im Zuchthaus!
Wir sind geboren, um frei zu sein,
wir sind zwei von Millionen, wir sind nicht allein.
Und wir werden es schaffen, wir werden es schaffen.
Mein Alter sagt, die Welt wird sich nicht ändern,
dabei weiß er ganz genau, was läuft.
Doch er glaubt, er vergißt die ganze Scheiße,
wenn er abends in der Kneipe hängt und säuft.
Er sagt, der schönste Platz ist immer an der Theke,
da hat er recht, zu Haus ist kaum noch Platz für drei.
Darum bin ich auch den ganzen Tag auf Arbeit,
man kann sagen, ich bin so frei.
Wir werden es schaffen.
Und was kann uns hindern? Kein Geld, keine Waffen,
wenn wir es woll’n. Wir werden es schaffen.
Wir sind geboren, um frei zu sein.
Ton Steine Scherben Wir müssen hier raus (via scherbenfan89)
immer wachsende playlist. ADDEN, PLAY DRÜCKEN, BIER UND SEKT AUFMACHEN, AUGEN ZU, TANZEN.
Guten Morgen kapitalistische Welt. Genießt Euren freien Tag bevors Morgen wieder Knechten geht. Ein Pakt mit dem Teufel, der deine Seele fickt.
4 Promille - Auf der Suche nach der Freiheit (via OriginalTruti)
Es gibt so spezielle songs, die brennen sich in dein hirn ein und packen sich synaptische leitungen. dort können sie dann gänsehaut und spontanes fieber auslösen. und rufen bilder auf. die nur du kennst.
und heute so: